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Ephesos Museum

Ephesos in der heutigen Türkei war eine der bedeutendsten Städte der Antike. Hier stand der zu den sieben Weltwundern zählende Artemis-Tempel, hier lebte Heraklit und hier entwickelte sich eine der größten frühchristlichen Gemeinden. In römischer Zeit wurde Ephesos zur Hauptstadt der Provinz Asia mit etwa 200.000 Einwohnern.

Seit dem Jahre 1895 legen österreichische Archäologen die Ruinen von Ephesos frei. Bis 1906 kamen zahlreiche Fundobjekte von hoher Qualität nach Wien, die heute im Ephesos Museum, einer Dependance der Antikensammlung, ausgestellt sind.

Das Ephesos Museum

Zu den Höhepunkten gehören unter anderem das Partherdenkmal, die Amazone vom Artemisionaltar, die Bronzestatue eines Athleten und der Knabe mit der Fuchsgans.

Neben den ephesischen Fundstücken beherbergt das Museum auch Architekturproben und Skulpturen aus dem Mysterienheiligtum der griechischen Insel Samothrake, das 1873 und 1875 von österreichischen Archäologen ausgegraben wurde.

Seit kurzem wird auch eine Vorschau auf das Heroon von Trysa im Ephesos Museum gezeigt. Das Heroon war ein Grabbau eines lykischen Fürsten, der um 380 v. Chr. auf über 200 Metern Relieffries die antiken Mythen und Heldensagen sowie Szenen aus seinem eigenen Leben darstellen ließ. Das Grabmonument wurde 1881 wiederentdeckt und die Friesplatten für die kaiserlichen Sammlungen in Wien erworben. Eine vollständige Aufstellung des spektakulären Monuments ist für die nahe Zukunft geplant.

Adresse

Ephesos Museum, Haus der Geschichte Österreich
Heldenplatz, 1010 Wien
Google Maps

Besuchen Sie das Ephesos Museum im Haus der Geschichte Österreich (hdgö) mit Ihrer Jahreskarte oder mit einem Tagesticket für das hdgö (Zeiten & Preise).

Die Stadt des Weltwunders

Skulpturen und imposante Teile monumentaler Architektur kamen durch österreichische Ausgrabungen im östlichen Mittelmeerraum (1873 und 1875 in Samothrake, 1882–1884 in Gölbaşı-Trysa und 1895–1906 in Ephesos) zu Tage. Für die vielen Funde aus Ephesos und Samothrake war im Kunsthistorischen Museum kein Platz, weshalb sie zunächst provisorisch zwischen 1901 und 1911 im Theseustempel untergebracht waren. Im Jahr 1978 konnte schließlich das Ephesos Museum in der Neuen Burg eröffnet werden. Die Reliefs des Heroons von Trysa warten jedoch auch heute noch auf eine adäquate Präsentation. Sie sollen in den kommenden Jahren im Ephesos Museum vollständig aufgestellt werden.

Das Heroon von Trysa (Südwand), Kleinasiatisch, Griechisch-lykisch, um 380 v. Chr.

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Die Geschichte der Sammlung

Ephesos liegt an der türkischen Ägäisküste und war eine der größten Städte der antiken Welt. Bereits in der frühen Neuzeit waren Forschungsreisende im östlichen Mittelmeerraum auf der Suche nach den großen Orten der Vergangenheit unterwegs. Ihre Beschreibungen, Reisenotizen und insbesondere Zeichnungen und Stiche waren die Grundlage für ein erwachendes Interesse an der Antike im Europa der damaligen Epoche.

Im 19. Jahrhundert setzten schließlich intensive Forschungen ein, die nunmehr von wissenschaftlichen Fragestellungen getragen wurden. Ein Motiv spielte dabei keine unerhebliche Rolle: Grabungen vor Ort erlaubten es, die musealen Bestände der verschiedenen Königs- und Kaiserhäuser Europas zu erweitern und zu bereichern. Angeregt durch das Wissen um Größe, Bedeutung und Reichtum des Artemisions, gelang dem Briten John Turtle Wood in Zusammenarbeit mit dem British Museum 1869 die Wiederentdeckung des Heiligtums. Entgegen den Erwartungen fielen die Funde allerdings bescheiden aus und die Grabungen wurden daher bald wieder eingestellt.

Erst relativ spät, am Ende des 19. Jahrhunderts, entschloss sich schließlich auch die Monarchie Österreich-Ungarn ein großes Forschungsunternehmen im östlichen Mittelmeerraum zu starten. Ausgehend vom Institut für Klassische Archäologie und durchgeführt vom neu gegründeten Österreichischen Archäologischen Institut forschen nun seit 1895 österreichische Wissenschaftler in den Ruinen von Ephesos. Unterbrochen durch die beiden Weltkriege konnten in einer inzwischen über 100-jährigen Grabungstätigkeit bis heute zahlreiche Fragen zur antiken Stadt geklärt werden.

Eine zusätzliche Motivation, Gelder für diese Unternehmungen zur Verfügung zu stellen, lieferte eine Vereinbarung zwischen dem osmanischen Reich und Österreich. Der damalige Sultan Abdul Hamid II. machte dem österreichischen Kaiser Franz Joseph ein großzügiges Geschenk: Einige der entdeckten antiken Objekte wurden dem k. k. Kaiserhaus überlassen und durften für die Wiener Sammlungen ausgeführt werden. In mehreren Lieferungen brachte die Österreichische Marine Fundstücke nach Wien, die zunächst provisorisch aufgestellt wurden und zeitweilig im Theseustempel im Volksgarten zu sehen waren. Diese unmittelbare Auseinandersetzung mit den neu gefundenen Originalen in Wien ermöglichte nun auch eine wissenschaftliche Bearbeitung dieser Objekte in Österreich. Mit dem Erlass des türkischen Antikengesetzes von 1907 wurde die Ausfuhr von Antiken grundsätzlich verboten, auch nach Wien gelangten danach keine Fundstücke mehr.

Nach einigen provisorischen Aufstellungen wurde schließlich im Dezember 1978 das Wiener Ephesos Museum in seiner heutigen Form in den Räumen der Neuen Burg eröffnet. Zu sehen ist eine repräsentative Auswahl römischer Skulpturen, mit denen einst großzügige Thermenanlagen oder das ephesische Theater geschmückt gewesen sind. Eine Reihe von Architekturgliedern gibt einen Eindruck von den reich dekorierten Fassaden antiker Prunkbauten, ein Modell der antiken Stadt lässt topographische Zusammenhänge erkennen. Daneben bildet das so genannte Parthermonument, ein in Größe und Bedeutung einzigartiger Reliefzyklus der römischen Kaiserzeit, einen Höhepunkt der Sammlung.

Die wissenschaftliche Aufarbeitung des Bestandes der antiken Objekte aus Ephesos wird in Zusammenarbeit mit den Instituten an der Universität, der Akademie der Wissenschaften und dem Österreichischen Archäologischen Institut geleistet. Das Ephesos Museum in Wien ist damit nicht zuletzt ein Botschafter der intensiven Bemühungen Österreichs um das antike Ephesos, das inzwischen mit etwa zwei Millionen Besuchern im Jahr nach der Hagia Sophia und dem Top Kapı-Museum in Istanbul das meist besuchte Tourismusziel der Türkei darstellt. Die Pflege der Ruine sowie Rekonstruktion und Wiedererrichtung antiker Monumente gehören dabei auch zu den Aufgaben der österreichischen Forscher, deren langjähriger Einsatz mit dem Ephesos Museum auch eine Plattform der Repräsentation in Österreich selbst findet.

Erfahren Sie mehr über die wissenschaftliche Arbeit der Antikensammlung.

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Ephesos Museum im Shop

Das Heroon von Trysa Bd. 13/2
Das Heroon von Trysa Bd. 13/2
Das Heroon von Trysa Bd. 13/1
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Meisterwerke der Antikensammlung
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