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Gesamtkunstwerk Kunsthistorisches Museum Mehr als ein Museum

Das Kunsthistorische Museum ist mehr als ein Aufbewahrungsort für Sammlungsobjekte – es ist ein Gesamtkunstwerk. Das Gebäude, konzipiert von Gottfried Semper und Carl von Hasenauer, bietet den perfekten Rahmen für die Habsburger Sammlungen, die von der Antike bis zum Spätbarock reichen. Jedes Detail des Museums, von der prächtigen Kuppelhalle bis zu den sorgfältig gestalteten Ausstellungsräumen, spiegelt den Anspruch wider, Kunst und Kultur feierlich zu inszenieren und sie gleichzeitig einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Architekten: Gottfried Semper und Carl von Hasenauer

Erbaut: 1871-1891

Auftraggeber: Kaiser Franz Joseph I.

Die Habsburger: eine Familie von Sammlern

Bereits unter Kaiser Maximilian I. (1459–1519) existierte ein familieneigener Hausschatz mit Kostbarkeiten, Kunstwerken und historischen Erinnerungsstücken. Diese Sammlung wuchs im Zuge zielgerichteter Heirats- und Expansionspolitik des Habsburgerreiches. Politische, wissenschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen trugen zur Ausweitung der Sammlungsgebiete bei. Auch als Wien 1683 Hauptresidenz wurde, waren diese Sammlungen noch in verschiedenen Residenzorten der österreichischen Linie der Habsburger zu finden: vornehmlich in Wien, aber auch in Prag und Innsbruck. Im Zuge der Planungen für die Wiener Ringstraße ab 1867 entstand schließlich das Konzept für die gemeinsame Präsentation der kaiserlichen Sammlungen in Wien. 

Schloss Ambras Innsbruck

Schloss Ambras in Innsbruck, von Erzherzog Ferdinand II. (1529-1595) als Residenz und Aufbewahrungsort seiner Kunst- und Wunderkammer genutzt, ist ein einzigartiges Zeugnis der habsburgischen Sammlungspolitik. Ferdinand II. gilt als einer der ersten systematischen Sammler seiner Zeit, dessen Besitz sowohl Kunstwerke als auch exotische Naturalien umfasste und der eigens dafür adaptierte Räumlichkeiten schuf. 

Zur Website von Schloss Ambras

Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Gemäldegalerie

Erzherzog Leopold Wilhelm in seiner Gemäldegalerie, um 1650, Inv. Nr. GG 739

Stammbaum mit den Königen und Kaisern des Hauses Habsburg

Stammbaum mit den Königen und Kaisern des Hauses Habsburg, um 1725/30, Inv. Nr. ANSA XII 783

Kaiser Maximilian I. (1459-1519)

Kaiser Maximilian I. (1459-1519), spätes 16. Jahrhundert, Inv. Nr. GG 828

„Museen sollen vor allem zweckgemäß, also in erster Linie zum beschaulichen Genuss, zur geistigen Veredelung, zur Freude und Belehrung der Menge, in zweiter Linie zu ernstem Studium der Fachmänner, Künstler und Gelehrten angelegt sein.“
„Museen sollen vor allem zweckgemäß, also in erster Linie zum beschaulichen Genuss, zur geistigen Veredelung, zur Freude und Belehrung der Menge, in zweiter Linie zu ernstem Studium der Fachmänner, Künstler und Gelehrten angelegt sein.“

Planungsgeschichte

„Es ist alles sehr schön ausgefallen – der Bau ist ebenso schön als die Einteilung praktisch. Die Gegenstände kommen jetzt erst zur vollen Geltung.“
„Es ist alles sehr schön ausgefallen – der Bau ist ebenso schön als die Einteilung praktisch. Die Gegenstände kommen jetzt erst zur vollen Geltung.“
Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916)

Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916), 1865-1870, Inv. Nr. GG 9830

Die Eröffnung des Kunsthistorischen Museums durch Kaiser Franz Joseph I. am 17.10.1891

Die Eröffnung des Kunsthistorischen Museums durch Kaiser Franz Joseph..., 1891, Inv. Nr. GG 5990

Eine Anordnung – ein sogenanntes „Handschreiben“ - Kaiser Franz Josephs I. vom 20. Dezember 1857 markierte den Beginn die Umgestaltung Wiens zur modernen Metropole: man hatte nun beschlossen, die alten Festungsanlagen um die Innere Stadt zu demolieren und einen ringförmigen Boulevard – die „Ringstrasse“ – anzulegen. Im Zuge dessen wurde auch die Errichtung zweier Hofmuseen (ein Kunsthistorisches und ein Naturhistorisches Museum) entlang der neuen Verkehrsader zu einem zentralen Vorhaben.

Ein Wettbewerb mit Hürden

1866 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, in dessen Vorfeld hinter den Kulissen zunächst der Versuch unternommen wurde, die divergierenden Interessen der Beteiligten auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Über drei Jahre hinweg war evaluiert und diskutiert worden. Auch der Wiener Architekt Carl Hasenauer nahm am Wettbewerb teil, jedoch konnte sein erster Entwurf die Jury nicht überzeugen. 

1869 wurde mit Gottfried Semper ein externer Gutachter herangezogen. Der deutsche Architekt und Kunsttheoretiker lebte zu diesem Zeitpunkt in Zürich. Er hinterfragte die bisherigen Vorschläge und schlug die Anlage eines „Kaiserforums“ vor, welches die Hofburg und die Museumsgebäude miteinander verbinden sollte. Schließlich entschied sich der Kaiser für eine Zusammenarbeit zwischen Semper und Hasenauer. Nun entwickelten sie gemeinsam einen endgültigen Entwurf. 

Nach zwanzig Jahren Bauzeit wurde das Kunsthistorisches Hofmuseum als einer der beiden kuppelgekrönten Zwillingsbauten (Kunst- und Naturhistorisches Museum stehen sich gegenüber) am 17. Oktober 1891 in Anwesenheit des Kaisers eröffnet. 

Kunst und Natur

Die Zwillingsgestalt der beiden neuen Museumsgebäude gegenüber der Hofburg war im Vorfeld des Architekturwettbewerbes eine der Grundbedingung des Bauherrn Kaiser Franz Joseph I. So wurde das Äußere der beiden Museen prinzipiell identisch ausgeführt - nur das Skulpturenprogramm der Fassaden wurden dem jeweiligen Inhalt angepasst: So erscheinen am Naturhistorischen Museum unterschiedlichste Wissenschaftler und Entdecker, Erfindungen, Erdteile, Jahreszeiten und Gestirne – am Kunsthistorischen Museum dagegen Künstler und Gelehrte, Herrscher und Mäzene sowie Darstellungen zu Kunsthandwerk, Kunstzentren, Literatur und Mythologie.

Fassaden, die 
Geschichten erzählen

Die Hauptfassade des Museums ist durch einen zentralen Mittelbau mit Kuppel und flankierenden Eckrisaliten vertikal akzentuiert, während gleichmäßige Gliederungselemente wie Pilaster, Säulen und Friese die Hochrenaissanceformen variieren. Die Gestaltung vereint repräsentative Plastizität mit einer stilistischen Orientierung an der Antike.

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Außen wie innen ein ikonischer Anblick

Bühne für Kunst und Mensch

Kuppelhalle & Vestibül

Über schwarz-weiß intarsiertem Boden erhebt sich im Vestibül ein Gewölbe mit einem runden Deckenausschnitt, durch den man einen ersten Blick in die darüberliegende Kuppelhalle werfen kann. Als amuse-gueule bietet er einen Vorgeschmack auf das Kommende und entspricht der von Semper geforderten »[…] Steigerung der Wirkungen vom Eingange bis zum Innern der Hauptetage […]«. Im zurückhaltenden Dekorationsprogramm der Vestibüleinwölbung setzt sich die Präferierung der Renaissance – sie dominiert ja auch das Programm der Hauptfassade – fort: Die Porträtköpfe Bramantes, Michelangelos, Raffaels und Benvenuto Cellinis (Viktor Tilgner) fügen sich samt Beschriftung in das monochrome Gesamtbild ein. Rechts und links der zum Stiegenhaus führenden Mittelachse des Vestibüls gelangt man über einige Stufen in die höher gelegenen Sammlungsräume des Hochparterres. Aus dem Halbdunkel des Vestibüls kommend, führt der Hauptweg jedoch über die monumentale Treppe in die Kuppelhalle, den Höhepunkt der kaiserlichen Selbstinszenierung. Canovas Theseusgruppe am Wendepodest der Treppenanlage markiert einen machtvoll auftretenden Höhepunkt der Rauminszenierung. Wenn der Betrachter am Wendepunkt der Treppenanlage angelangt ist, wird sein Blick Richtung Kuppelhalle geführt, dem sakral aufgeladenen Schlusspunkt der architektonischen Innenraumregie. Nach der monochromen Ausstattung des Vestibüls entfalten sich hier am umlaufenden Arkadengang des Stiegenhauses prachtvolle Farbigkeit, Formen- und Bilderreichtum. 

Lünetten-, Zwickel- und Interkolumnienbilder

Ursprünglich hatte Hans Makart (1840–1884) den Auftrag zur Fertigung des Deckengemäldes sowie der Lünetten-, Zwickel- und Interkolumnienbilder erhalten. Der Vertrag wurde im Februar 1881 unterzeichnet. Makart lieferte zunächst die Lünettenbilder mit den »classische[n] Heroen der Malerei« und ihren »Lieblingsstoffen«, ferner Entwürfe zu den Zwickelbildern und dem geplanten Deckengemälde Sieg des Lichts über die Finsternis. Makarts früher Tod ließ jedoch das ursprüngliche Vorhaben scheitern, einen im Treppenhaus auch im Detail einheitlichen Ausstattungsstil zu erreichen. Ein halbes Jahr später wurde Hans Canon (1829–1885) mit der Ausführung des Deckengemäldes beauftragt. Doch auch er starb, bevor er seine auf Makarts Vorarbeiten basierenden Entwürfe ausführen konnte. 1887 verpflichtete man schließlich den in der Pariser Kunstszene verankerten Ungarn Mihály von Munkácsy (1844–1900). Das monumentale, in einem eigens angemieteten Pariser Atelier entstandene Ölgemälde Apotheose der Renaissance wurde 1890 nach Wien geliefert und an seinem Bestimmungsort montiert.

Die Kuppelhalle erhebt sich, Hauptgeschoss und 2. Stock an dieser Stelle zusammenfassend, über achteckigem Grundriss. Über Eck geführte, mit einer mächtigen Sockelzone versehene Monumentalpilaster bilden das architektonische Gerüst, auf dem die hoch aufragende, zusätzlich mit einer durchgehenden Galerie ausgestattete Kuppelzone ruht. Das im Inneren sichtbare Gewölbe entspricht dabei nicht dem von außen erkennbaren: Zwischen den jeweiligen Scheitelpunkten liegen annähernd 20 Meter. Ikonografisches Zentrum der figuralen Ausstattung sind die Medaillons und Reliefs am Kuppeltambour: Collageartig demonstrieren sie die politischen bzw. kulturellen Errungenschaften einzelner Herrscherpersönlichkeiten von Maximilian I. bis Franz Joseph I. 
 

Erst sechs Jahre nach Makarts Tod, 1890, erhielten Franz Matsch (1861–1942) sowie die Brüder Ernst (1864–1892) und Gustav Klimt (1862–1918) den Auftrag zur Ausführung der Zwickel- und Interkolumnienbilder. Der Auftrag für das Kunsthistorische Museum lautete, auf den Inhalt der kaiserlichen Sammlungen einzugehen und wenn möglich einige Objekte genau abzubilden. 

Unsere Sammlungsräume

Unsere Sammlungen umfassen Objekte bis in die Antike und das Alte Ägypten, doch ihre heutige Ordnung nach Epochen, Kunstlandschaften, Gattungen und Künstlern entstand im 19. Jahrhundert und entspricht dem typischen Konzept vergleichbarer Museen. Thematische Schwerpunkte – etwa alle Porträts des KHM oder Werke zu Liebe und Leidenschaft – finden Sie hier nicht, sondern die folgenden geschlossenen Sammlungen: Ägyptisch-Orientalische Sammlung, Antikensammlung, Kunstkammer, Gemäldegalerie und Münzkabinett.

In der zeitgenössischen Diskussion über die bauliche Struktur einer Gemäldegalerie standen praktische Fragen wie Hängeflächen, Lichtbedingungen und Übersichtlichkeit im Vordergrund. Trotz technischer Fortschritte bei künstlicher Beleuchtung blieb Wien dem alleinigen Prinzip des Tageslichtmuseums bis weit in das 20. Jahrhundert treu, mit Oberlichtern in den Sälen und großen Fenstern in den Kabinetten.

Zu unserer Gemäldegalerie

Ein Großteil der Räume der heutigen Kunstkammer war ursprünglich für die Waffensammlung konzipiert worden. Als diese in den 1930er Jahren in die Neue Burg verlegt wurde (heute Hofjagd- und Rüstkammer) gewann die „Kunstkammer“ diese Flächen hinzu. Im sogenannten Goldenen Saal – dieser war von Beginn an für die Kunstkammer angelegt worden – finden Sie ein repräsentatives Deckengemälde von Julius Victor Berger. Die »Mäcene des Hauses Habsburg« sind hier auf einer gewaltigen Bühne umgeben von „ihren“ Künstlern und oftmals am Hof tätigen Wissenschaftlern. 

Zur Kunstkammer

Die Wanddekorationen in den ersten beiden Sälen der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung basieren auf Kopien ägyptischer Originale, die Ernst Weidenbach 1843 im Rahmen einer Forschungsreise in der Nekropole von Beni Hassan abgepaust hatte. Die drei wahrscheinlich aus dem Mittleren Reich (2061–1665 v. Chr.) stammenden und in Alexandria gefundenen Papyrusbündelsäulen hatte Franz-Josef I. 1869 als Geschenk erhalten. Sie waren zunächst im Unteren Belvedere untergebracht und wurden 1876 in den Museumsneubau, nun als tragende Elemente, integriert.

Zur Ägyptisch-Orientalischen Sammlung

Die Deckengliederung der Räume der Antikensammlung orientiert sich grundsätzlich an der Renaissance, einer Kunstepoche, die sich ihrerseits auf die Antike berief. Das kassettierte Tonnengewölbe des größten Saals der Antikensammlung zeigt eine der architektonischen Erfindungen der römischen Antike: Bogen und Wölbung. In den Marmorfußboden des Saals wurde das aus einer römischen Villa bei Salzburg stammende Theseusmosaik integriert. 

Zur Antikensammlung

Ursprünglich beherbergte der 2. Stock Kopiersäle, eine Restaurieranstalt und die Sammlung von Aquarellen, Handzeichnungen und Skizzen, die in den 1920er Jahren auf andere Museen verteilt wurde. Das Münzkabinett, zunächst Teil der Antikensammlung im Hochparterre, wurde 1899 eigenständig und ist seither im 2. Stock untergebracht, wo die historische Ausstattung weitgehend erhalten blieb. Die präzise abgestimmte Gestaltung spiegelt die historistische Ausstellungstechnik jener Zeit wider.

Zum Münzkabinett

Unsere Sammlungen stellen sich vor