Matrone
Das ausdrucksvolle Porträt einer alten Dame fällt besonders durch die Frisur auf: Um die Stirn ist ein hohes Lockendiadem auftoupiert, dahinter sind die Haare straff zurückfrisiert, zu Zöpfen geflochten und zu einem Nest aufgesteckt. Diese Modefrisur war in flavischer Zeit beliebt und wurde von den Damen des Kaiserhauses, Julia Titia und Domitia, kreiert. Um den Eindruck der aufgetürmten Lockenmasse zu erreichen, hat der Bildhauer die einzelnen Locken mit dem Bohrer tief ausgehöhlt und im Inneren zahlreiche kleine Stege als Stützen stehengelassen. Das Gesicht der alten Dame ist in realistischer Weise gearbeitet; es gibt die ungeschönten Züge, die kleinen Augen, den verkniffen wirkenden Mund und die faltige Haut sehr naturalistisch wieder.Nase, Ohrläppchen, Teile der Frisur und die Büste sind modern ergänzt.
(M. Laubenberger)
Titel:
Matrone
Zeit:
3. Viertel 1. Jh. n. Chr.
Objektbezeichnung:
Porträtkopf, Büste ergänzt
Kultur:
Römisch
Material/Technik:
Marmor
Maße:
H. : 57,5 cm
Kopf H. : 28,5 cm
Bildrecht:
Kunsthistorisches Museum Wien, Antikensammlung
Inv. Nr.:
Antikensammlung, I 146
Provenienz:
Lamberg-Sprinzenstein, Graf, Anton von, Wien; 1823 Kauf aus Verlassenschaft

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