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Ägyptisch-Orientalische Sammlung

Die Ägyptisch-Orientalische Sammlung umfasst mehr als 18.500 Objekte, die aus Ägypten, dem südlich angrenzenden Nubien sowie aus Mesopotamien und von der arabischen Halbinsel stammen. Der Zeitraum ihrer Entstehung umfasst fünf Jahrtausende – er beginnt in prädynastischer Zeit (um 4500 v. Chr.) und reicht bis in die christliche Epoche. Zu den Meisterwerken der Sammlung zählen königliche Statuen und Reliefs, dekorierte Särge und Grabausstattungsgegenstände und auch eine originale Kultkammer von einem Beamtengrab in Giza.

Bis ins kleinste Detail

Die Ägyptisch-Orientalische Sammlung bietet einen wunderbaren Einblick in die Kunst- und Kulturgeschichte des Alten Ägypten.

Adresse

Ägyptisch-Orientalische Sammlung, Hochparterre
Maria-Theresien-Platz, 1010 Wien
Google Maps

Öffnungszeiten

Di – So, 10 – 18 Uhr
Do bis 21 Uhr
 

weitere Besuchsinfos

Tickets

Vollpreis € 21
Ermäßigt € 18
Kinder & Jugendliche <19 frei

Tickets

Besucher*innen verbringen im Schnitt ca. 1,5 Stunden in der Ägyptisch- Orientalischen Sammlung.

Leben und Tod liegen nah beieinander

Monumentale Steinsarkophage, bemalte Holzsärge, Mumien und verschiedene Grabausstattungsgegenstände zeugen vom besonderen Stellenwert des Totenkultes in der altägyptischen Kultur. Statuen und Reliefs aus Gräbern und Tempeln geben einen Einblick in die bildende Kunst. Die verschiedenen Schriftarten des Alten Ägyptens werden anhand von Papyri, Ton- oder Kalksteinscherben sowie anderen beschrifteten Objekten erläutert. Kleidung, Werkzeuge und Toilettegegenstände veranschaulichen das Alltagsleben zur Zeit der Pharaonen.

Von Ägypten bis zum Orient

Den Schwerpunkt der Orientalischen Sammlung bilden Denkmäler der antiken Kultur Südarabiens, die dem Forscher Eduard Glaser zu verdanken sind. Circa 600 Objekte, die er während seiner vierten und letzten Reise in den Jemen im Jahr 1894 erwarb, verkaufte er an die kaiserliche Sammlung in Wien. Zur Orientalischen Sammlung zählen aber auch herausragende Objekte aus Mesopotamien, zum Beispiel eine Löwendarstellung aus glasierten Ziegeln, welche ursprünglich die Zugangsstraße zum Ischtar-Tor in Babylon schmückte. 

Ziegelrelief eines schreitenden Löwen, Zeit des Nebukadnezar II., 604-562 v. Chr., Babylon, Prozessionsstraße

Ägyptisch- Orientalische Sammlung in unserer Online Sammlung entdecken

Die Ägyptisch- Orientalische Sammlung im Saalplan

Die Ägyptisch- Orientalische Sammlung ist dauerhaft im Hochparterre zu finden.

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Die Ägyptisch-Orientalische Sammlung umfasst über 17.000 Objekte aus einem Zeitraum von fast 4.500 Jahren und aus Regionen wie Ägypten, Nubien, Mesopotamien und der arabischen Halbinsel, wodurch sie zu den bedeutendsten Sammlungen ägyptischer Altertümer weltweit zählt.

Die Geschichte der Sammlung

Die frühesten Anfänge
Als ein Gesandter des österreichischen Kaiserhauses um 1560 in Konstantinopel die Kniefigur des Gem-nef-hor-bak erwarb, legte er damit den Grundstein für die Sammlung Ägyptischer Altertümer in Wien. Wirkliches Interesse am Sammeln ägyptischer Objekte setzte in Europa zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Auslöser war die Expedition Napoleon Bonapartes, der 1798 mit 35.000 Soldaten nach Ägypten zog. Mit dabei waren auch 160 Wissenschaftler, deren Aufgabe es war, das pharaonische Ägypten mit seinen Tempeln und Gräbern genauestens zu dokumentieren und zu publizieren.

Der Fund des Steins von Rosette durch einen Soldaten Napoleons lieferte den Anstoß zur Entzifferung der Hieroglyphen und somit auch zur Entstehung eines neuen Forschungszweiges – der Ägyptologie.

Naophor des Gem-nef-hor-bak

Naophor des Gem-nef-hor-bak, 30. Dynastie, 1. Hälfte 4. Jh. v. Chr., Inv. Nr. AE INV 62

Gekauft, gesammelt, geschenkt
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war die Wiener Sammlung ägyptischer Altertümer noch relativ klein. Durch diverse Schenkungen und Ankäufe – insbesondere durch den Ankauf der Sammlung von Ernst August Burghart im Jahr 1821 mit ca. 3.000 Objekten – wurde der Bestand beträchtlich erweitert.

Anton von Laurin, von 1834 bis 1849 österreichischer Generalkonsul in Alexandria, verdankt die Sammlung zahlreiche herausragende Objekte, darunter den monumentalen Sarkophag des Nes-schu-tefnut. Auch Kronprinz Rudolf, der Sohn Kaiser Franz Josephs I., erwarb während seiner Ägyptenreise 1881 zahlreiche ägyptische Denkmäler für die Wiener Sammlung. Ein überaus begeisterter Sammler ägyptischer Kunst war Erzherzog Ferdinand Maximilian, der jüngere Bruder Kaiser Franz Josephs. Seine ca. 2.000 Objekte umfassende Sammlung, die er in Schloss Miramar bei Triest aufbewahrte, war eigentlich für ein Museum in Mexiko gedacht, dessen Kaiser Maximilian ab 1864 war. Durch seinen gewaltsamen Tod drei Jahre später wurden diese Pläne nicht mehr umgesetzt und seine Sammlung stattdessen in das Inventar der kaiserlichen Sammlungen in Wien übernommen. 

1891 wurde in Theben-West ein Felsgrab entdeckt, in dem Priester der 3. Zwischenzeit (um 1000 v. Chr.) insgesamt 153 Bestattungen bestehend aus Särgen, Mumien und Grabausstattungsgegenständen vor Grabräubern versteckt hatten. Aufgrund der Fülle der Funde verschenkte die ägyptische Regierung viele Objekte an bedeutende Museen auf der ganzen Welt. Auch das Kunsthistorische Museum in Wien erhielt mehrere Särge und viele Grabbeigaben.

Österreichische Grabungen
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts führte die Akademie der Wissenschaften unter der Leitung von Hermann Junker Grabungen in Ägypten und Nubien durch. Die erste Grabung fand 1910 in Turah statt, es folgten weitere Kampagnen in el-Kubanieh, Toschke und Ermenne bevor 1912 mit umfangreichen Grabungen auf dem Felsplateau von Giza – also im Schatten der großen Pyramiden – begonnen wurde. Ihre herausragende Sammlung an Denkmälern des Alten Reiches aus Giza verdankt die Ägyptisch-Orientalische Sammlung den damals gültigen Regeln der Fundteilung, wonach ein Teil der Funde dem Ausgräber und somit der Akademie der Wissenschaften zustand, welche die Funde an das Kunsthistorische Museum weitergab. Zu den einzigartigen Fundstücken aus Giza zählen der sogenannte Ersatzkopf, zahlreiche Grabstatuen, dekorierte Architekturteile wie Scheintüren oder Architrave, aber auch Särge, Schmuck, Gefäße und andere Grabbeigaben. 

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts brachten vor allem Grabungen des österreichischen UNESCO-Komitees zur Rettung der nubischen Denkmäler sowie Grabungen des Österreichischen Archäologischen Instituts in Kairo bedeutende Zuwächse an archäologischem Material für die Wiener Sammlung.

Statuengruppe des Kai-pu-ptah und der Ipep

Statuengruppe des Kai-pu-ptah und der Ipep, Späte 5. Dynastie, um 2400 v. Chr., Inv. Nr. AE INV 7444

Einzigartig! 
Gleich drei ägyptische Monolithsäulen aus Rosengranit von über sechs Metern Höhe, die anstelle von Marmorsäulen die Decke tragen, sind in den Schausälen der Ägyptisch-Orientalischen Sammlung eingebaut. Diese Papyrusbündelsäulen wurden in Alexandria gefunden und 1869 Kaiser Franz Joseph geschenkt, der sie für die Ausstattung des Museums berücksichtigen ließ. 

Besondere Beachtung verdienen auch die kürzlich restaurierten Wandbilder auf Karton, die im ersten Saal durch ihre großflächige Anbringung den Eindruck einer altägyptischen Grabkammer hervorrufen sollten. Es handelt sich um Reproduktionen der Wandmalereien aus dem Grab des Gaufürsten Chnum-hotep II. in Beni Hassan (Mittelägypten), die für die Wiener Weltausstellung von 1873 angefertigt wurden und seit 1891 im Kunsthistorischen Museum wiederverwendet werden.

Erfahren Sie mehr über die wissenschaftliche Arbeit der Ägyptisch- Orientalischen Sammlung.

Zur Sammlung

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Unsere Ausstellungen führen Sie zurück in die traditionsreiche Geschichte unseres Hauses. Hier treffen bewährte Meisterwerke auf neu erschlossene Themen – ein Blick auf Kunst, Kultur und Vergangenheit, der die Sammlung kontinuierlich beleuchtet.